Am Wochenende ist Zeit für die Kehrwoche

Am Wochenende war es mal wieder Zeit für den monatlichen „Social-Media-Putz“. Google+, Twitter und Co. wurde durchsucht und manche Accounts wurden „entfollowed“ und andere neue Nutzer „gefollowed“. Ab und an ist es immer mal wieder gut, alle Personen der diversen Listen zu besuchen, um zu schauen, ob sie überhaupt noch etwas schreiben und wenn ja was.
Gerade jetzt da die erste „Hype-Welle“ in Google+ am absinken ist, verlaufen manche Profile im Sand, aber es kommen auch neue Nutzer hinzu. Der Kreis des Social-Media-Lebens schließt sich.

Drei Dinge sind mir jedoch aufgefallen:
1. Auch Monate nach dem Start von Google+ gibt es noch unzählige Profile, die gross und fett Journalist, PR-Manager, Social-Media-Experte oder ähnliche Begriffe im Profil führen, aber keinen einzigen Post veröffentlicht haben. Warum? Warum begrüssen diese „Experten“ ihre Besucher nicht mit einem öffentlichen Post, der zumindest darauf hinweist, dass das Profil nur privater Natur ist, oder dass das Profil im Moment komplett inaktiv ist.

2. Und ich freue mich, dass auch bei Google+ endlich die „Oben-ohne-vor-dem-Spiegel-Muskel-Jungs“ und „Bikini-Mädchen“ eingetroffen sind. Ich finde ohne euch wird es in SM-Portalen doch recht schnell langweilig. Kaum hat man zwei Wochen im Fitness-Studio trainiert oder einen tiefen Ausschnitt, wird ein Photo im Profil gepostet. Das nenne ich doch mal „Exibitionismus 2.0“. Den Follower-Zahlen scheint es zumindest bei den weiblichen Profilen durchaus zu helfen.

3. Profilphotos bei denen sich die Personen am Kinn kratzen um nachdenklich auszusehen, sind fast genauso „merkwürdig“ wie Bilder von „weltklasse“ Beratern, die der Kamera die Hand schütteln wollen, um einen Handschlag mit dem Leser/Kunden zu symbolisieren.

Google+ Profil: gplus.to/RalfBachmann

De-Mail Pilotprojekt endgültig beendet

Das Ende 2009 in Friedrichshafen gestartet De-Mail Pilotprojekt wird nun zum 31.12.2011 endgültig auf Eis gelegt. Die Einwohner, Firmen und Ämter der Stadt Friedrichshafen und der Region Oberschwaben hatten über knapp zwei Jahre hinweg Zeit des System kostenlos zu testen.

Zwar war das Projekt bereits im Frühjahr 2010 offiziell für beendet erklärt worden, wurde jedoch wegen des großen Erfolgs inoffiziell weitergeführt. Natürlich dürfte auch die Tatsache eine Rolle gespielt haben, dass das System fast kostenfrei weiter betrieben werden konnte und während dessen dennoch Messwerte für das spätere bundesweite System lieferte.

Da das Pilot-System nach Angaben von United Internet bis jetzt auf einem eigenen Testserver läuft, können die Daten nicht auf das 2012 anlaufende neue System übertragen werden. Bereits angemeldete Nutzer aus Friedrichshafen und Oberschwaben haben nun bis zum 31.12.2011 Zeit ihre De-Mails und Daten zu sichern bzw. auszudrucken.

De-Mail Adresse wird übernommen:
Wer jedoch seine De-Mail Adresse weiter verwenden möchte, kann dies mit einem einfachen Anruf im Kundencenter seines Anbieters erledigen. Hierfür wird eine reguläre E-Mail Adresse des Anbieters (z.B. GMX. Web.de oder T-Online) benötigt, welche dann mit der De-Mail Adresse verknüpft wird. Des weiteren werden bei diesem Telefonat die hinterlegten Daten des Nutzers wie Geburtsdatum und Anschrift gegen geprüft, um sicherzustellen, dass die De-Mail Adresse auch mit der richtigen Person zusammenhängt.

Preise und Kosten weiterhin unbekannt:
Im erhaltenen Anschreiben werden die Pilotteilnehmer jedoch deutlich darauf aufmerksam gemacht, dass trotz einer Übernahme der De-Mail Adresse und der telefonischen Abklärung der persönlichen Daten, eine erneute Identifizierung nötig ist. Die Kosten dieser erneuten Identifizierung sollen in der Startphase vom jeweiligen Anbieter übernommen werden. Wie lange diese Startphase dauert und welche Kosten danach auf die Neukunden zukommen werden ist unbekannt. Bis jetzt gibt es weder genaue Preise für die alltägliche Nutzung des Systems noch offiziell kommunizierte Anmeldegebühren oder ähnliches.
Es bleibt also abzuwarten welche Preisstruktur die Neukunden erwarten wird. Die Beendigung des Pilotprojekts ist jedoch ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Zertifizierung der De-Mail Anbieter voranschreitet und der Deutschlandweite Start des System bevorsteht. Die Nutzer werden Anschreibe jedoch ebenfalls darauf hingewiesen, dass zwischen der Beendigung des Pilotprojekts und dem Start von De-Mail mehrere Monate vergehen können.

Bis jetzt keine bekannten Orte für Identifikation:
Offen bleibt auch weiterhin, wo sich De-Mail Nutzer in Zukunft identifizieren können. Immer noch sperrt sich die Deutsche Post gegen den Versuch die Identifizierung für das Konkurrenzprojekt De-Mail über die Postfilialen abzuwickeln. Bereits auf der IFA 2010 wurde seitens United Internet die Idee angesprochen die Identifizierung zumindest in den ersten Monaten entweder direkt beim Kunden an der Haustüre vorzunehmen oder durch extra eingerichtet „Service-Points“ an markanten Punkten wie großen Supermärkten oder in den T-Punkt Shops der Deutschen Telekom vornehmen zu lassen. Ob und wie diese Pläne in die Tat umgesetzt werden steht noch nicht fest.

Für einen umfassenden Überblick über das Thema De-Mail und E-Postbrief empfehle ich die zahlreichen Artikel zu diesem Thema in der Rubrik “De-Mail vs. Onlinebrief

E-Postbriefe aus Lotus Notes verschicken

IBM kooperiert mit der Deutschen Post und ermöglicht es in Zukunft E-Postbriefe direkt aus Lotus Notes zu verschicken.
Bevor sich jetzt aber die Leser über einen erweiterten E-Mail Client freuen, sei gesagt, dass dieser Luxus nur für Geschäftskunden gilt. Die Anbindung an Lotus Notes funktioniert nur für die Anwender, die hinter einem eigenen E-Postbrief Firmen-Server sitzen.

Somit ist diese Meldung eigentlich keine Neuigkeit. Bereits seit Beginn des Projekts ist bekannt, dass der E-Postbrief – und im übrigen auch De-Mail – für Firmen und Ämter eine Client-Anbindung haben wird.
Für Privatanwender ist solch eine Lösung aber bei beiden Systemen nicht vorgesehen bzw. im Moment noch nicht im Fokus. Für die Endverbraucher bleibt somit also alles beim Alten.

E-Postbrief mit zusätzlichem Verschlüsselungszertifikat:

Interessant scheint zu sein, dass die Kooperationspartner eine gemeinsame Lösung zur zusätzlichen Verschlüsselung planen:

“Im Bereich der Verschlüsselung planen die Kooperationspartner zudem eine gemeinsame Lösung aus E-Postbrief und Lotus Protector for Mail Encryption, welche Anwendern sowohl den gesicherten Kommunikationsweg mit bekannten Kommunikationspartnern (E-Postbrief-Nutzern) als auch eine flexible E-Mail-Verschlüsselung mittels PGP/SMIME über Lotus Protector anbietet.”

Da der E-Postbrief ein kostenloses zusätzliches Verschlüsselungszertifikat anbietet, besteht die Möglichkeit Briefe zusätzlich zu verschlüsseln. Siehe Artikel vom 25.11.2010 Da das Zertifikat und die Sicherheitscodes jedoch direkt auf Postserver (SIGNTrust) liegen, ist die Verschlüsselung nicht mit PGP oder S/Mime zu vergleichen, bei denen die Schlüssel nur der Nutzer kennt. Wie die Verschlüsselung und vor allem die rechtliche Lage sein wird, ist bis jetzt unbekannt.

Quelle Chip.de

UPDATE 5.11.2011:
Laut Twitter Account des E-Postbriefs ist eine Anbindung an MS Office auch bereits in Planung.

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