Fribourg wird rauchfrei (vorerst)

Das mit dem Rauchen ist schon so ein Kreuz. Jeder weiss eigentlich wie ungesund es ist und jeder ist eigentlich dafür es zu verbieten. EIGENTLICH
Denn egal wie man ein Verbot angeht, es wird immer wieder gekippt und unterwandert.
Als erstes kam Deutschland auf die Idee es von oben herab zu erzwingen, doch kaum war es in Kraft kam des Gesetz auch schon vor das Bundesverfassungsgericht. Es sei anscheinend nicht zumutbar, dass ein Kneipenbesitzer gezwungen werden kann einen Extraraum einzurichten oder komplett das Rauchen in seiner Kneipe zu verbieten. Dies führe ja zu Umsatzeinbussen.
Im Gegenzug, ist es aber möglich mich dazu zu zwingen im blauen Dunst meine Bierchen zu trinen. Ok, 1:0 für die Raucher.

Dann kam der Kanton St.Gallen und schlug einen anderen Weg ein. Er befragte das Volk. Wollt ihr rauchen oder nicht rauchen. Da ja eigentlich alle wissen, dass Rauchen schlecht ist, sagten sie nein. Jetzt, nach nur wenigen Monaten, kommt schon wieder eine Gegeninitative, die das Rauchen in machen Kneipen und unter bestimmten Bedingungen erlauben soll. Nichtraucher zu früh gefreut. 2:0 für die Raucher. Sie kommen wieder.

Als nächstes ist jetzt der Kanton Fribourg dran. Dieser stimmte am Sonntag über das Rauchen ab. Demnach soll in allen öffentlichen Räumen das Rauchen verboten werden, allerdings können Kneipen sogenannte “Fumoirs” einbauen. Dies sind abgetrennte Räumen in denen geraucht werden darf, in denen aber die Gäste nicht bedient werden dürfen. Also vergleichbar mit beheitzten Zelten in der Kneipe. Kurz rein – rauchen – zurück in die Kneipe.
Ich kann mir dann schon vorstellen, wie das aussieht. Die Raucher kommen gar nicht mehr raus aus ihren “Raucherglocken” und auf kurz oder lang werden die Wirte, die keinen Platz habe für solche Extraräume haben wieder eine Gegeninitative starten. Auch aus dem Grund, da die Gäste dann immer vor die Türe müssen und der Geräuschpegel, gerade in der Innenstadt, merklich zunimmt. Wieder 3:0 für die Raucher.

Da stellt man sich doch die Frage warum immer Extrawürste und Ausnahmen gemacht werden müssen. Es gibt bei Gesetzesänderungen immer Leute die es negativ trifft. Aber die Frage ist doch, trifft es alle negativ oder nur einzelne und wem kommt die Gesetzesänderung zu Gute. Wenn alle Wirte ein Rauchverbot auferlegt bekommen, dann trifft es alle gleich hart. Dafür werden die Nichtraucher endlich geschützt. Aber im Moment ist die Raucherlobby halt immer noch grösser als die Nichtraucherlobby. Falls es so etwas überhaupt gibt. Nichtraucher haben nämlich immer damit zu kämpfen, dass sie in der Öffentlichkeit entweder als Gesundheitsappostel oder als Miesepeter dargestellt werden, die einem das schöne Rauchen verbieten wollen. Dabei soll ja nur verboten werden, was wie eingentlich jeder weiss, schlecht für die eigene Gesundheit und auch schlecht für die Gesundheit anderer ist. Aber keiner stellt sich diese Frage. In den USA könnte man wahrscheinlich Raucher wegen Körperverletzung verklagen. Eine Aktion, die ich natürlich ablehne, die aber auch zeigt von welcher Seite man das ganze auch sehen kann.
Rauchen ist eigentlich gesundheitsschädlich, aber wenn man es verbietet gehen die Umsätze zurück und es wird den Wirten in ihre Freiheit eingegriffen. Also wird das Geld und die Freiheit Geld zu verdienen unter die Gesundheit der Raucher und vor allem auch der Nichtraucher gestellt.

Wie überall kommt zuerst das Geld, dann die Moral!
Und dann kommen die Krankenkassen und erhöhen die Beiträge, weil die Patienten immer kränker werden. Na Danke!

Interessant zu diesem Thema ist auch ein Beitrag auf leumund.ch und ein kleiner Bericht über Freiburg i. Br. (das deutsche Freiburg)

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2 Responses to “Fribourg wird rauchfrei (vorerst)”

  1. Helau sagt:

    Als starker Raucher und Gewohnheitstier möchte ich auch in Zukunft mein Zigarettchen geniessen, ohne gleich vor die Tür zu müssen.

    Was die Umsätze betrifft, so hat man in Italien gesehen, dass sie nicht zurück gehen wie befürchtet, nur weil man nicht mehr paffen darf.

    Der grösste Befürworter des Rauchens ist nun mal der Vater Staat, so schizophren wie es sich anhört. Denn kein Staat möchte auf seine Raucher verzichten, weil da wird ordentlich abkassiert wird. Hier in der Schweiz z. B. gehen rund 80% des Zigarretttenpreises direkt an den Staat.

  2. Bätschman sagt:

    Da gebe ich dir recht. Zum einen ist es als Raucher sicherlich ärgerlich wenn man von seinen Gewohnheiten abweichen muss, aber auf der anderen Seite ist es einfach Bequemlichkeit. Das Kind sollte man durchaus auch mal beim Namen nennen.

    Und das mit dem Staat sollte allgemein bekannt sein. Als die Rauchersteuer in D-Land unter dem Vorwand der Gesundheit erhöht wurde, haben alle gejubelt. Als dann der Finanzminister aber ein paar Monate später mit Milliarden an Steuerausfällen daherkam haben plötzlich wieder alle dumm gemault. In die eigene Tasche lügen bringt einfach nichts.

    Aber ein andere Punkt der mich einfach stört, ist dass diese Diskussionen von Italien, über Mitteleuropa bis nach Scottland immer auf neue geführt werden müssen. Sicherlich ist jedes Land/Kanton/Bundelands politisch souverän, aber immer wieder die gleichen Argumente. Als ob man meinen würde das Rad neu zu erfinden und den heiligen Gral der Rauchergesetze zu schaffen. Kann man denn nicht einmal von anderen lernen und die eingenen Gesetze darauf aufbauen. Muss man denn immer wieder von Null anfangen. Das kostet Zeit, Geld und unnötig Energie. Man kann doch auch mal über den eigenen Tellerrnad schauen. Und das meine ich für alle Ländern weltweit. Nicht nur für Fribourg!

    Und dann stellt sich natürlich auchduie Frage, warum man wie in D-Land und St.Gallen die Gesetze nicht mal gründlich ausarbeiten kann. Kaum stehen die Gesetze landen sie schon dem Verfassunggericht oder werden mit einer Gegeninitative wieder gestürzt. Das kann es dann doch auch nicht sein. Wofür macht man den dann den ganzen Aufwand, wenn er 6 Monate später wieder für die Katz ist. Kann man denn nicht gleich zu beginn solche Überlegungen anstellen???

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