Wieder eine Schlägerei in Fribourg

So langsam nimmt das hier in Fribourg Ausmasse an, die erschrecken. Nicht nur dass ein guter Kollege vor zwei Wochen auf dem WC eines Clubs (Rock Cafe) niedergeschlagen wurde, was ihm einen “Cut” am rechten Auge einbrachte, kam es diese Nacht wieder zu handfesten Schlägerei zwischen ein paar Kollegen und den Einheimischen. Wieder im selben Club. Seit einigen Jahren hat sich nicht nur das Publikum sondern auch die Atmosphäre in diesem Club stark geändert. Wie man sehen kann leider zum Negativen. Seit Jahren ist die Gewaltbereitschaft, gerade in diesem Etablisment, stark angestiegen. Und es ist auch zu beobachten, dass die Einheimischen – von uns “liebevoll” Aboriginis genannt – gezielt Studenten herauspicken und diese teilweise mit massiver Gewalt angreifen. Und ich spreche hier nicht von “rangeln” oder “rumschupsen”. Diese Zeiten sind vorbei. Wie sich gestern Abend mal wieder gezeigt hat.

Leider kamen ein weiterer Kollege und ich zu spät, so dass wir uns nur über Erzählungen ein Bild von der Sache machen konnten. Aus diesem Grund werde ich an dieser Stelle auch nicht auf Einzelheiten eingehen. Allerdings hat die offene Wunde am Kopf eines Kollegen und der – trotz mehrmaligem Rausschmiss seitens des Türstehers – mehrmals wiederkommende Aboriginis Bände gesprochen. Dieser war nicht davon abzuhalten mindestens drei Mal zurückzukommen und erneut Streit zu suchen. Und dies ohne Worte, wie man vielleicht vermutet hätte. Der Angreifen versuchte sofort mit der Faust auf den Kollegen loszugehen.

Gott sei Dank waren wir genug Kollegen, um sowohl den Angreifer abzuwehren wie auch den angegriffen Kollegen davon abzuhalten etwas Dummes zu tun. Da der besagte Kollege sehr durchtrainiert ist und der Angreifer stark alkoholisiert war, erschien es uns besser hier nicht die Fäuste sprechen zu lassen. Dies hätte dann vermutlich den Einsatz von Polizeikräften nach sich gezogen, die allesamt auch nicht gut auf Studenten zu sprechen sind. So oder so wären wir die Deppen gewesen.

Es ist bekannt, dass Fribourg eine der kriminellsten Stadt der Schweiz ist und trotz seiner geringen Grösse ein hohes Gewaltpotenzial in sich trägt. Aber in den letzten Jahren ist, vielleicht auch nur subjektiv, eine stetig ansteigende Zahl von Übergriffen auf Studenten zu bemerken.

Dies zeigte sich auch vor einer Woche, als wir, zu diesem Zeitpunkt in Begleitung von mehreren Damen, im gleichen Lokal von einem sehr betrunken 50 Jährigen belästigt wurden, der zwar ruhig blieb, aber den Damen sehr unangenehm zu nahe kam. Die Krönung war allerdings, dass er versucht zwei dieser Damen nach hause zu folgen. Gott sein Dank konnten wir dies vereiteln und das Ar***loch verscheuchen. An dieser Stelle kann sich jeder selber ausmalen was hätte passieren können, wenn zwei Mädels alleine nach Hause laufen und ein betrunkener 50 Jähriger Mann ihnen folgt.

Alles in allem waren das zwei sehr unangenehme Wochen im Ausgang. Leider ist der besagt Laden der einzige der zu fortgeschrittener Stunde noch offen hat, so dass man fast gezwungen ist, dort hinzugehen. Leider treffen sich dann eben auch alle Betrunken dort. Was aber vor ein paar Jahren irgendwie funktioniert hat. Einen ersichtlichen Grund für das Umschwappen der Atmosphäre gibt es nicht, sonst könnte man ihn beheben. Es sieht allerdings so aus, als ob wir Studenten immer mehr auf die Abschlussliste der einheimischen Jugend geraten. Aus welchen Grund auch immer.

Ganz schlimm wird es wenn wir uns als Mitglieder von Studentverbindungen zu erkennen geben, sprich mit Mütze und Anzug herumlaufen. Dann sind wir vor allem zu später Stunde komplett zum Abschuss frei geben. Und was sich jetzt wie eine reisserische Formulierung anhört ist nicht aus der Luft gegriffen. Zwar wurde bis jetzt keine Schusswaffe eingesetzt, allerdings mussten ein paar Verbindungsleute die Nacht im Krankhaus verbringen, da sie so schwer verletzt waren. Und das meistens auf den nach Hauseweg nach dem Ausgang/Party.

Update I:
Laut Gerüchteküche, waren die Aggressoren  aus Lausanne, die, da sie in Lausanne in keinen Club mehr rein kommen, jetzt nach Fribourg ausweichen und sich dort ganz gezielt Ärger und Schlägereien suchen.

Update II:
In der Samstagausgabe des Tagesanzeigers (Zürich) wird von einem Tötungsdelikt in Lugano berichtet, bei dem eine Horde extrem gewaltbereiter junger Männer einen unbeteiligten Passanten zu tode geprügelt hat. Die Tätet stammen alle aus einer sehr gewaltbereiten, ja sogar gewaltverherrlichenden Jugenendszene aus Lugano. Dabei werden, wie im Sinne von Brad Pitts Hollywoodfilm “Fight Club“, regelmässige Treffen organisiert, bei den sich die Teilnehmer regelrecht das Gesicht einschlagen. Rein aus Spass an der Gewalt. Und teilweise wird dann “das Erlernte” eben auch an Unbeteiligten “ausprobiert”. Nicht nur die Medien sind über diesen Zustand mehr als schockiert. Leider verhält sich die Politik wie immer bedeckt und redet das Problem als Ausnahmefall und einmaliger Unfall klein.

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4 Responses to “Wieder eine Schlägerei in Fribourg”

  1. MoriD sagt:

    Hm. Also wenn mich jemand (speziell ein anderer Typ in ner Kneipe) liebevoll Aborigini nennt, dann braucht der sich nicht wundern wenn er liebevoll eins auf die Fresse bekommt. Jetzt mal abgesehen davon dass ich normalerweise nicht gewalttaetig werde.

    Das Problem kommt mir aber bekannt vor. Das ist so aehnlich wie Abiturienten beim Bund.

    Studenten haben einfach recht gute Zukunftsaussichten und sind Gesellschaftlich meist besser gestellt. Gleichzeitig ist es etwas was viele einfach nicht erreichen koennen, oder zumindest denken sie koennten es nicht. Daraus folgt Neid. Ausserdem sind Studenten rhetorisch den “Einheimischen” wie du sie nennst (gibts denn auch einheimischen Studenten?) ueberlegen. Dazu kommt dann noch Frust vom restlichen Leben und die Arroganz der Studenten. Der gemeine Mann braucht dann irgendein Ventil und wer bietet sich da Klasse als Suendenbock an?
    Das normale moralische Werte nichts mehr gelten und deswegen hier nicht mehr regelnd wirken laste ich einfach mal den boesen Medien an.

    Das nur meine 2 cent. Sorry, hab auch keine wirkliche Loesung fuer das Problem.

  2. Bätschman sagt:

    nur damit keine flaschen Vermutungen aufkommen. Wir nennen die Einheimischen natürlich nur unter der Hand Aborigini. Wir wissen auch selber, dass das sonst reine Provokation wäre. Aber solche Vorkommnisse bestätigen halt das Vorurteil nur zu gerne.
    Beim zweiten Punkt gebe ich dir recht. Die blöden, arroganten und ständig Party machen Studenten. So sehen die uns. Dazu kommt noch, dass ein Grossteil der Studenten deutsch spricht. Also kommt noch der “Hass” der frankophonen Sprachgruppe gegenüber den Deutschschweizern mit in den Sammeltopf der Gefühle.
    Drittens ist ganz klar zu sagen, dass Studenten gute Opfer sind. Der klassische Student ist, zumindest vom Klischee her, sehr behütet aufgewachsen. Kennt also kaum das “Leben auf der Strasse”. Soweit man hier diese Frase verwenden kann. Kurz gesagt, der “normale” Student kann nicht zurückschlagen und bietet sich somit gut als Opfer an. Volle Leistung bei niedrigen Eigenkosten, wie jetzt der Wirtschaftler sagen würde ;-)

  3. russe sagt:

    hey zusammen sorry erst mal für die rechtschreibung meine gross-kleinschreibetaste ist kaputt. ich habe diesen artikel und die kommentare gelesen und kann sehr wohl verstehen und mitfühlen wie es läuft im ausgang in fribourg. nun leider ist es wahr das gewalt und agression im freiburger nachtleben grossgesschrieben wird. ich war selber schon oft im rock und anderen bars bzw. clubs in friobourg habe auch schon während einem winter als türsteher dort in einem club gearbeitet. ich möchte euch aber gerne mal erzählen wie das bild aussieht wenn man als drittperson zu diesem thema ein statement abgeben kann. nun die verschiedenen schläger gruppierungen in fribourg sind nicht nur einheimische, sondern auch auswärtige. auch ob student oder arbeiter spielt hier keine rolle, meist ist es so das eben die gutbehüteten studenten die in anführungszeichen regeln der strasse nicht kennen oder einfach nicht befolgen wollen. ich finde diese regeln ebenfalls unangebracht aber es ist halt so das in der heutigen zeit durch ein falsches wort, einem falschen, blick oder gar dem falschen auftreten, pöbeleien folen und darauf dann meist schläge. nun man kann aber immer miteinander sprechen wenn man seinen eigenen stolz in den schatten stellt. ich weiss es ist nicht einfach aber das mit dem weglaufen oder sich entschuldigen, obwohl man ja eigentlich nichts getan hat, hat man meist gewonnen. man muss ruhig bleiben und darf nicht auf pöbeleien eingehen auch beleidigungen kann man einstecken die schmerzen ja nicht. einfach ruhig bleiben selber versuchen die stimmung gesenkt zuhalten denn wenn man ebenfalls provoziert steigert man sich gegenseitig hoch. eben wie gesagt es ist schwierig dies so zu erklären in einem kurzen text und vorallem während dem ich mich für den ausgang ins gefährliche lol fribourg bereit mache hehe. können ja mal eine diskussion führen im cafe oder einfach nur hier übrs netz. den dieses thema ist interessant sowie auch wichtig. mit freundlichen grüssen ein russe aus der arbeiterklasse von fribourg

  4. Bätschman sagt:

    Hi,
    ich muss sagen, dass der Eintrag schon recht lange her ist und ich auch nicht mehr in Fribourg wohne. Ich kann mich aber noch an diese 2 Wochen erinnern. Zu dieser Zeit waren die Vorfälle sehr geballt. Die Aussagen beruhen rückblickend natürlich auf subjektiven Momentaufnahmen und müssen nicht unbedingt das echte Bild wieder spiegeln.
    Heute würde ich diesen Eintrag vielleicht anders formulieren oder gar nicht mehr veröffentlichen. Damals war es etwas anderes.
    Wie es heute (2011) in Nachtleben von Fribourg aussieht, kann ich nicht sagen.
    Das Problem, das ich mit den “Regeln der Strasse” habe ist, dass wir nicht im Ghetto sind. Würde man in eine bestimmte Gegend gehen in der bestimmte Spielregeln gelten, dann würde ich das auch so sehen. Auch wenn ich in bestimmte Lokale gehe könnte ich noch zustimmen. Aber mitten auf der Strasse, im Supermarkt oder in einer gewöhnlichen Kneipe, kann es nicht sein, dass Gäste eine Art Spiessrutenlauf absolvieren müssen, nur wenn sie ein Bier trinken wollen. Und genauso wenig wie Homosexuelle und andere Nationalitäten Angst haben sollten durch die Strassen zu laufen, sollten auch Studenten keine Angst haben müssen in einer gewöhnlichen Kneipe “aufgemischt” zu werden.

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